Wasserkraft

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25. August 2025

Eine gemeinsame Organisation für der Heimfall von Grande-Dixence

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photo du barrage de la Grande Dixence
Medienmitteilung
ACC GD

Sämtliche Konzessionsgemeinden rund um die Grande Dixence SA sowie der Kanton Wallis gründen den Verein des konzedierenden Gemeinwesens der Grande Dixence. Das Ziel ist es, im Hinblick auf das Auslaufen der Wasserrechtskonzessionen am 31. Dezember 2044 eine einheitliche, starke Ausgangslage für die Neuordnung der Wassernutzung zu schaffen und die Interessen der Konzessionsgemeinden und der Regionen auch bei sämtlichen bereits davor anfallenden Fragestellungen oder Projekten in Zusammenhang mit der Wasserkraftnutzung bei der Grande Dixence gemeinsam zu vertreten.

20 Gemeinden aus dem Mattertal, dem Val d’Hérens, sowie weitere beteiligte Konzessionsgemeinden und der Kanton Wallis haben sich zur Gründung eines Vereins entschlossen. Mit dieser Struktur wird ein wichtiger Meilenstein für eine künftige, stärkere Mitwirkung der Konzessionsgemeinden und des Kantons Wallis an der Nutzung der Wasserkraft gesetzt.

Frühzeitige Vorbereitung auf Konzessionsauslauf

Die bestehenden Konzessionen der Grande Dixence, die in zwei Etappen ab 1948 und in den 1950er-Jahren erteilt wurden, regeln derzeit die Nutzung von insgesamt über 500 Millionen Kubikmetern Wasser aus einem Einzugsgebiet von rund 420 km2, das heute zu zwei Dritteln mit Gletschern bedeckt ist. 100 Kilometer Stollen, einschliesslich einer Hauptleitung von 24 Kilometern auf 2400 m Höhe mitten im Berg, sammeln das Wasser ein, das zwischen den Mischabelhörnern, dem Matterhorn und dem Mont Gelé fliesst. 35 Gletscher liefern somit über 75 Wasserfassungen und 5 Pumpstationen den Rohstoff für die Wasserkraftanlagen.

Diese Konzessionen der Grande Dixence laufen Ende 2044 aus – mit der Folge, dass die Wassernutzung neu geregelt werden muss. Die Gemeinden und der Kanton Wallis möchten diesen Zeitpunkt nicht unvorbereitet abwarten, sondern frühzeitig klare Strukturen schaffen, um die regionale Wertschöpfung und die Mitbestimmung bei der künftigen Nutzung sicherzustellen. Eine nachhaltige Nutzung im Sinne der kantonalen Strategie Wasserkraft und Energie zu ermöglichen.

Betreffend die Infrastruktur Dixence-Cleuson, welche die Wasser der Ersten Dixence, des Chennaz und der Printze nutzt, wurde die Laufzeit der Konzessionen zugunsten der DIXENCE-CLEUSON AG auf den 31.12.2031 harmonisiert. Um die Frage der Rückgabe der Konzessionen zu klären, haben sich die Konzessionsgemeinden der Première Dixence und Cleuson bereits im Jahr 2021 in Form einer einfachen Gesellschaft mit der Bezeichnung „Retour Dixence – Cleuson 2031“ zusammengeschlossen. Diese einfache Gesellschaft wird weiterhin bestehen bleiben.

Regional verankert – strategisch ausgerichtet

Die neue Gesellschaft wird ihren Sitz in der Gemeinde Evolène haben, welche die grössten Anteile im Zentralwallis an den Wasserrechten hält. Der Vorstand des Vereins besteht aus fünf Mitgliedern. Dies sind jeweils die Präsidentinnen oder Präsidenten der drei nach Wasserrechten grössten Einwohnergemeinden Zermatt, Evolène und St. Niklaus, der Einwohnergemeinde Hérémence als Standortgemeinde der Staumauer sowie einem vom Staatsrat ernannten Vertreter des Kantons. Der erste Vorstand besteht somit aus den Gemeindevertreter Romy Biner-Hauser, Virginie Gaspoz, Michael Kalbermatter, Grégory Logean und dem Kantonsvertreter Pascal Hänggi.

Das Präsidium wird als Co-Präsidium wahrgenommen und setzt sich jeweils aus den Präsidentinnen oder Präsidenten der Einwohnergemeinden Zermatt und Evolène zusammen. Die ersten Co-Präsidentinnen heissen Romy Biner-Hauser und Virginie Gaspoz.

Gornerli – Schlüsselprojekt für die Zukunft

Ein zentrales Element der künftigen Wasserkraftstrategie ist der Mehrzweckspeicher Gornerli in Zermatt. Dieses Vorhaben ist ein Projekt des Runden Tisches Wasserkraft und soll vollständig in die bestehende Infrastruktur der Grande Dixence integriert werden. Der Gornerli-Speicher soll sowohl der Stromproduktion als auch dem Hochwasserschutz und der Trinkwasserversorgung dienen.

Das Projekt hängt jedoch von mehreren Faktoren ab, insbesondere vom Verlauf aller Verfahrensschritte und der Zustimmung der Bevölkerung sämtlicher Konzessionsgemeinden und dem Kanton Wallis. Zu den kommenden Aufgaben der Vereinigung gehören die gemeinsame Vertretung der Interessen aller Konzedenten gegenüber der heutigen Konzessionärin, was unter anderem in die Erarbeitung der Zusatzkonzession sowie die Restwertvereinbarung für den Mehrzweckspeicher Gornerli einfliessen wird.

Nächste Schritte

Gemäss den Verantwortlichen ist die Gründung ein erster wichtiger Meilenstein. Die Gründung der Vereinigung bildet nun den Auftakt zu einer Reihe von ersten Massnahmen wie der Aufbau einer Geschäftsstelle, die Begleitung von Studien und Expertengutachten zur Bewertung der
bestehenden Infrastruktur und Projekten aus der Sicht der Konzedenten, und die Etablierung als permanente Ansprechstelle für die heutige Konzessionärin Grande Dixence SA. Ein weiterer wichtiger Schritt besteht in der einheitlichen Aufbereitung von Informationen, der Kommunikation und die Einbindung der Bevölkerung über die Urversammlungen der beteiligten Gemeinden.