Wasserkraftwerk Wallis – Eine strategische Säule für die Energiezukunft
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Stéphane Maret
Dieser Artikel erschien im Bulletin Electrosuisse 4/2025.
Der Bund hat verschiedene Ziele für die Energieversorgungssicherheit des Landes festgelegt. Dazu gehört, dass idealerweise bis 2035, aber spätestens bis 2045, eine aus Speicherwasserkraft abrufbare zusätzliche Produktion im Winter von 2 TWh geschaffen werden soll. Im Wallis laufen aber bis 2060 nacheinander 17 Konzessionen aus: Die Walliser Gemeinden müssen dann mindestens 60 % der Anlagen besitzen, davon 30 % über die Forces Motrices Valaisannes (FMV). Vor diesem Hintergrund entstand das Konzept «Wasserkraftwerk Wallis», das die 47 Kraftwerke des Kantons mit einer Leistung von mehr als 10 MW in einem integrierten und dezentralen Modell zusammenfasst. Eine gemeinsame Management und Vermarktungsplattform wird es ermöglichen, Synergien zwischen den Anlagen zu nutzen und ihre Nutzungsbedingungen zu optimieren. Das Ziel: eine bessere Anpassung der Produktion an saisonale Schwankungen und den täglichen Energiebedarf sowie eine höhere Flexibilität.
Darüber hinaus schätzt die FMV das Potenzial für zusätzliche Wasserkraftproduktion im Wallis im Winter auf über 2,2 TWh/a, was einer Erhöhung der Speicherkapazität um 655 Millionen Kubikmeter entspricht. Im Anschluss an diese Studie wurden 17 Projekte vorgeschlagen, von denen bereits acht beim runden Tisch zum Thema Wasserkraft 2021 ausgewählt worden waren. Das Potenzial dieser acht Projekte beträgt 1,25 TWh pro Jahr, wobei sich das zusätzlich erforderliche Speichervolumen auf rund 330 Millionen Kubikmeter beläuft. Das Projekt Gornerli beispielsweise soll 650 GWh Strom vom Sommer in den Winter übertragen und die Nettoproduktion um 200 GWh/a steigern, während gleichzeitig die Hochwasserrisiken für Zermatt begrenzt werden.
Da für einige dieser acht Projekte Einsprachen erwartet werden, erwägt der Kanton Wallis, die neun anderen Projekte beizubehalten, um über Alternativen zu verfügen.